Installation und Performances im Kunstmuseum, Krefeld vom
Kuratiert von Dr. Magdalena Holzhey und Dr. Sylvia Martin
Materialien:
Textilien, 2 Studio Lampen Prolycht Orion 300 FS, Aputure LS C300D II Kit Bowens, 3 Aputure Light Dome II, 3 Stative, Trillerpfeife, Zeitschrift (Jugendstil von 1898), Gläser, Cocktailshaker, gesponserte Bar mit Bareinrichtung, Ventilator, Schreibkasse, sozialistischer Esstisch mit 2 Stühlen, Samowar, kleine Kanne, Vase, Karussell-Toaster, 6 Mannequins, 8 Buch-Editionen, Koffer, Hausorgel, Schrank, 2 Kommoden, Keramiktopf, Ein Tisch mit 4 Tühlen, Wanduhr, Zuckerdose, 10 handgefertigte Postkarten, Heizlüfter, Bottich, Wascheimer, Waschbrett, Wäschestampfer, japanischer Holzschnitt, 6 Werbeposter, Paravent
Größe: variabel
Die Szenerie ist surreal. Beleuchtet von farbigen Studiolampen ist der weite hohe Raum besetzt mit sechs Mannequins, die verschiedene Charakter:innen darstellen. Zu jedem dieser Charakter:innen findet sich in der Ausstellung ein „Tagebuch der bösen Taten“, in denen die Figuren ihre Geschichte preisgeben. Epstein, die neben ihrer künstlerischen Ausbildung an der Akademie in Düsseldorf ein Modedesign-Studium abgeschlossen hat, hat jedes dieser Kostüme maßgeschneidert auf Personen aus ihrem persönlichen Umfeld. Gleichzeitig hat Epstein jede dieser Personen ein Tagebuch verfassen lassen. Im gegenseitigen Austausch entstanden autofiktive Lebensgeschichten, verwobene Erinnerungen aber vor allem Zwiespälte von Identität und Anspruch, welche die Künstlerin in ihrer Installation inszeniert und erlebbar macht.
Die Bar im Zentrum nennt Epstein „the so-called present“. Sie dient als Treff-Punkt: Besucher:innen können von dort aus die komplexe Installation überblicken und in den Tagebüchern der vereinzelten Charakt:innen blättern. An diesem Nachmittag ist die Bar „aktiviert“. Ein großgewachsener Barmann mit wilden Locken ist zu ausgewählten Terminen in der Ausstellung und serviert den Gästen Drinks. Während die Zeit beim Cremant verfliegt, verschwimmt mehr und mehr die Grenze dessen, was beim Eintreten in den Raum noch eindeutig Kunst und was gewohnter Alltag hat sein sollen.
Epstein spielt mit diesen Grenzverschiebungen: Realität und Fiktion, Kunstwerk und Kunsterfahrung. In ihrem Raum sind diese Beziehungen nicht polar sondern kontinuierlich. Besucher:innen sind Akteure, ihrerseits Figuren. Die Bar, ein genuin sozialer Ort, wird in diesem Kontext in ihrer Funktion als Bühne deutlich, auf der jede und jeder die eigene Geschichte erzählt und imaginiert. Umgeben von der Pluralität der surrealen Narrative in der Krefelder Ausstellung sind alle eingeladen, sich mit Kunst als Kunst, für und weg von der Kunst, und vor allem: wegen der Kunst zu verhalten.
in Kooperation mit „Büro für Produktbeschwerung“
es erwartet Sie eine Archivbox voller besonderer Überraschungen. Sie erinnert an das historische Konzept des „Museums im Koffer“, ein Museumserlebnis im Miniaturformat, das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von Künstler wie Hilma af Klint und Marcel Duchamp in unterschiedlichen Ausführungen präsentiert wurde. Die Editions-Box zur Ausstellung des „Sammlungssatellit #9“ von Liora Epstein beinhaltet mehrere ineinander verschachtelte Boxen, inspiriert von der Struktur einer Matrjoschka. Das Ausstellungserlebnis wird auf zweierlei Weise transportiert: mit einem bebilderten Leporello sowie den vier „Tagebüchern der bösen Taten“, die die Perspektiven und Geschichten der in der Ausstellung präsentierten Charaktere enthalten. Darüber hinaus enthält die Box ein „textiles Stück“ als eigenständige künstlerische Arbeit und eine Grußkarte des Charakters „Karl Florjan“, der im Rahmen der Ausstellung 2024 im Kunstmuseum Krefeld erstmals vorgestellt wurde.
(mit ChatGPT erstellt)
Details:
Bild 1-13 Installationsansicht und Eröffnung „Sammlungssatellit #9. Die Bar. Liora Epstein im Dialog mit Jürgen Drescher und Reinhard Mucha“, 2023
Fotos von Dirk Rose
Bild 14-22 Editionsbox zur Ausstellung „Sammlungssatellit #9. Die Bar. Liora Epstein im Dialog mit Jürgen Drescher und Reinhard Mucha“, 2023
Fotos von Felix Adam
© VG Bild-Kunst, Bonn